Migräne: Ursachen, Symptome und Therapie

Wie erkenne ich Migräne? Was hilft gegen Migräne? Hier findest du alle Fakten über die Kopfschmerz-Erkrankung, wie Symptome, Formen, Phasen, Komplikationen, Auslöser, Ursachen, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten.

Es gibt über 200 Arten von Kopfschmerzen. Unterschieden werden primäre und sekundäre Kopfschmerzen. Bei primären Kopfschmerzen handelt es sich um eine eigenständige Erkrankung, zu denen auch Migräne, Clusterkopfschmerzen oder Spannungskopfschmerzen zählen.

Sekundäre Kopfschmerzen zeigen sich als Symptome von anderen Krankheiten, z. B. bei Kopfverletzungen, Infektionskrankheiten oder Gefäßerkrankungen sowie bei einem Übergebrauch von Medikamenten und ähnlichen Substanzen.

In diesem Artikel soll es um Migräne gehen. Du findest hier alle Informationen zu Symptomen, zur Häufigkeit von Migräne, ihren verschiedenen Formen, zu ihren Auslösern, Ursachen, zur Diagnostik, Therapiemöglichkeiten und die Antwort auf die Frage, ob Migräne heilbar ist.

Der Begriff „Migräne“ kommt übrigens aus dem Altgriechischen (hēmikranía) und setzt sich aus »hemi« (halb) und »cranion« (Kopf) zusammen.

Häufigkeit von Migräne

Rund 10 Prozent der Weltbevölkerung leidet unter Migräne, das sind circa 758 Millionen Menschen. 1,7 bis 4 % davon haben an mehr als 15 Tagen im Monat einen Migräneanfall. In Deutschland sind es ca. 10 bis 30 % der Bevölkerung, welche von den wiederkehrenden Kopfschmerzen betroffen sind. Darunter etwa 15 %, die unter der speziellen Form der Migräne mit Aura leiden. Frauen sind ungefähr dreimal häufiger von Migräne betroffen als Männer.

Wie erkenne ich, ob ich Migräne habe? – Symptome

Migräne ist gekennzeichnet durch in Episoden auftretende, anfallartige, pulsierende und halbseitige Kopfschmerzen, die -anders als bei den Spannungskopfschmerzen- häufig von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit begleitet werden.

Migräne ist also nicht, wie häufig angenommen, nur Schmerz allein, sondern eine komplexe, neurologische Erkankung wie beispielsweise Epilepsie.

Leidet man unter Migräne mit Aura geht der Attacke eine Begleiterscheinung, die sogenannte Aura voraus, die sich durch Sehstörungen, Taubheitsgefühlen oder anderen neurologische Wahrnehmungsstörungen äußern kann.

Wie erkenne ich, ob ich Migräne habe? – Diagnostik

Viele Menschen leiden an verschiedenen Kopfschmerzformen gleichzeitig. Ob die diagnostischen Kriterien einer Migräne beim jeweiligen Patienten erfüllt werden, kann der Hausarzt oder Neurologe mithilfe Kopfschmerzkalenders herausfinden. Wenn man unter Kopfschmerzen leidet, sollte man als erstes unbedingt einen Arzt aufsuchen, der ausschließt, dass es sich um einen sekundären Kopfschmerz handelt, und nicht um einen primären.

Sekundäre Kopfschmerzen sind Symptome anderer Erkrankungen – z.B. Kopfschmerzen bei einer Grippe; auch ein Kater kann übrigens mit einem sekundären Kopfschmerz einhergehen. Von primäre Kopfschmerzen spricht man, wenn es sich um eigenständige Kopfschmerzerkrankungen handelt – wie z.B. Migräne, Cluster- oder Spannungskopfschmerzen.

EINFÜGEN PRIMÄRE UND SEKUNDÄRE KOPFSCHMERZEN

Hat der Arzt einmal die Diagnose Migräne oder Spannungskopfschmerzen gestellt, kann man den weiteren Lauf auch mit unserer Kopfschmerz- & Migräne-App M-sense beobachten und regelmäßig mit dem Arzt besprechen. 

Diagnostik via App

Wenn man in dem intelligenten Kopfschmerztagebuch von M-sense einen Kopfschmerzeintrag macht, gibt man die jeweiligen Symptome ein – dazu gehört z.B. ob es sich um einen einseitigen oder pulsierenden Kopfschmerz handelt, ob Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit oder eine Aura hinzukommen.

Nach einem verbindlichen Klassifikationsschema wird die Attacke dann in Migräne oder Spannungskopfschmerzen eingeteilt (ICHD: International Classification of Headache Disorders). Diese Daten werden auch benutzt, um ein individuelles Kopfschmerzmuster zu erstellen. Außerdem werden sie im Arztreport festgehalten, der ausgedruckt oder per Mail an den behandelnden Arzt weitergeleitet werden kann. Diese Informationen können helfen, die oft knappe Zeit bei den Arztterminen effizient zu nutzen.

Warum habe ich Migräne? – Ursachen einer neurologischen Erkrankung

Nach dem heutigen Stand der Migräneforschung ist die Ursache für die Erkrankung an Migräne noch ungeklärt. Jedoch ist Ursachenforschung besonders entscheidend, wenn es um das Entwickeln einer individuellen und angepassten Therapie für den Patienten geht. 

Zu den Ursachen von Migräne gibt es folgende Theorien:

Reizverarbeitungsstörung

Als mögliche Ursache von Migräne wird eine angeborene Reizverarbeitungsstörung von Medizinern diskutiert. Dabei steht das Gehirn ständig unter Hochspannung und reagiert besonders sensibel auf bestimmte Reize.

Erbliche Veranlagung

Eine weitere mögliche Ursache könnte die erbliche Veranlagung sein. Bei bestimmten Formen der Migräne, wie zum Beispiel der hemiplegischen Migräne (eine Variante der Migräne mit einer Halbseitenlähmung als Aura) oder der CADASIL Erkrankung (eine Störung der Blutgefäße im Gehirn) wurde ein Gendefekt auf dem 19. Chromosomenpaar gefunden.

Durchblutungsstörung

Auch eine spontane Durchblutungsstörung im Gehirn gilt vor allem als mögliche Theorie bei der Entstehung von Migräne mit Aura. Diese Theorie geht davon aus, dass äußere Faktoren zu einer kurzfristigen Verengung der Blutgefäße im Gehirn und der Hirnhaut führen. Die darauffolgende Gefäßerweiterung und erhöhte Durchblutung wird als Migränekopfschmerz wahrgenommen.

Neurogene Entzündungen und erhöhte Nervenaktivität

Eine weitere mögliche Ursache sind neurogene Entzündungen im Gehirn. Die Überaktivität von Nervenzellen in der Großhirnrinde führt zu einer Ausschüttung von Noxen (Schadstoffen) die in die schmerzempfindlichen Hirnhäute gelangen können. So entsteht eine schmerzhafte Entzündung.

Welche Formen von Migräne gibt es?

Episodische Migräne vs. Chronische Migräne

Man spricht von einer chronischen Migräne, wenn in mindestens drei aufeinanderfolgenden Monaten an jeweils 15 oder mehr Tagen Kopfschmerzen auftreten. An mehr als sieben Tagen davon müssen migräneartige Kopfschmerzen vorliegen. Wichtig bei der Diagnose des Krankheitsbildes der chronischen Migräne ist der Ausschluss von einem Medikamentenübergebrauch sowie anderen Kopfschmerz-auslösenden Erkrankungen. Episodische Migräne tritt dagegen in größeren Abständen auf.

Sonderformen von Migräne

Es gibt jedoch auch Sonderformen der Migräne. Dazu zählt die Aura ohne Kopfschmerz, die Migräne mit verlängerter Aura, die retinale Migräne, die ophtalmoplegische Migräne, die Migräne vom Basilaristyp und die familiäre und sporadische hemiplegische Migräne.

Bei einer Migräneaura ohne Kopfschmerzen haben Betroffene Symptome einer typischen Aura, denen jedoch kein Migränekopfschmerz folgt. Wenn Aurasymptome länger als eine Woche anhalten, spricht man von einer Migräne mit verlängerter Aura

Die retinale Migräne beschreibt eine Migräneform, bei der einseitige Sehstörungen zum Beispiel in Form von einseitigen Sehflecken, Flimmern oder sogar kurzzeitiger Blindheit des betroffenen Auges auftreten können. Plötzliche auftretende Doppelbilder oder das Hängen eines Augenlids in der Vorbotenphase kennzeichnet die ophthalmoplegische Migräne aus.

Die Basilarismigräne wird neben den beidseitig empfundenen Migränekopfschmerzen von starkem Schwindel, Ohrgeräuschen oder Sprach- und Bewusstseinsstörungen begleitet. Eine weitere Sonderform stellt die familiäre und sporadische hemiplegische Migräne dar, welche sich als Migräne mit Aura und motorischer Schwäche zeigt und bei einem Verwandten ersten oder zweiten Grades ebenfalls auftauchen muss.

Phasen und Dauer einer Migräneattacke

Ein durchschnittlicher Migräne-Anfall dauert meist 4 bis 72 Stunden und lässt sich in verschiedene Phasen einteilen. Die klassische Migräne mit Aura kennzeichnet sich durch vier Phasen, die einfache Migräne ohne Aura durchläuft drei Phasen.

Vorbotenphase

In der Vorbotenphase auch Prodromalphase genannt, kündigt sich die kommende Attacke bereits ein paar Tage zuvor durch sogenannte „Vorboten“ an. Dies ist bei ca. 30% der Betroffenen der Fall. Solche Vorboten können unter anderem Stimmungsschwankungen, Nackenbeschwerden und Lichtempfindlichkeit sein.

Außerdem sind Heißhunger, ein ausgeprägtes Kältegefühl, innere Unruhe, Lärmempfindlichkeit sowie Probleme, die Augen zu fokussieren ebenfalls mögliche Symptome, die darauf hindeuten, dass eine Migräneattacke bevorsteht. Intensives Gähnen ist das häufigste Symptom der Vorbotenphase und gilt als sehr zuverlässige Vorhersage.

Die Kipppunkttheorie beschreibt den Übergang von der schmerzfreien Zeit in die Kopfschmerzphase und betont den Unterschied von Vorboten und Auslösern. Vorboten gelten als innere Störungen (wie z.B. die oben genannte Lichtempfindlichkeit) und Auslöser als äußere Störungen (wie z.B. gleißendes Sonnenlicht). Kurz bevor das Gehirn in die Schmerzphase der Migräne „kippt“, durchläuft der Körper einen Prozess, der geprägt ist von physiologischen, hormonellen und emotionalen Veränderungen.

Aura

Wer unter Migräne ohne Aura leidet, kennt diese Phase nicht. Betroffene mit einer Migräne mit Aura haben in dieser Phase eine Aura, das sind zusätzlich auftretende Sinnesstörungen und andere neurologische Ausfälle, bevor der eigentliche Kopfschmerz einsetzt.

Dies können Sehstörungen und Lichterscheinungen wie Zickzacklinien, Lichtblitze oder Flimmern sein, aber auch Schwindel, Sprachstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Taubheitsgefühle oder Missempfindungen. Diese sich langsam ausbreitenden und meist steigernden Symptome klingen im typischen Fall nach 20 bis 30 Minuten wieder ab.

Nach den Aura-Erscheinungen setzt üblicherweise der Kopfschmerz ein, dieser kann überlappend oder auch zeitlich etwas verzögert auftreten. Bei einer Sonderform der Migräne, der Migräne Aura ohne Kopfschmerzen, kann der Schmerz nach der Aura aber auch ganz ausbleiben.

Schmerzphase

Die Schmerzphase kennzeichnet sich durch mittlere oder starke einseitige Kopfschmerzen. Diese haben häufig einen pulsierenden, pochenden oder stechenden Charakter und sind häufig in der Schläfenregion lokalisiert, können aber auch an allen anderen Orten des Kopfes auftreten.

Dazu kommen oft auch weitere Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, das teilweise Stillstehen der Stoffwechselvorgänge, aber auch Licht-, Geräusch- oder Geruchsempfindlichkeit. Körperliche Bewegung verstärkt typischerweise den Schmerz, weshalb sich viele Migränepatienten in einen dunklen, ruhigen Raum zurückziehen.

Die Schmerzen treten nicht immer an der gleichen Seite auf, sie können die Kopfseite von Attacke zu Attacke wechseln. Bei jedem vierten Migräne-Betroffenen treten die Schmerzen in den frühen Morgenstunden auf.

Rückbildungsphase

In der Rückbildungsphase folgt aus Erschöpfung häufig eine Schlafphase, mit der der Anfall abklingt und die Schmerzen nachlassen. Manchmal treten auch die entgegengesetzten Symptome der Vorbotenphase auf. Manche fühlen sich besonders euphorisch, lebendig und frei, bei anderen überwiegt jedoch das Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf. Auch Appetitlosigkeit und Schmerzempfindlichkeit sind einige Stunden oder auch noch Tage danach nicht ungewöhnlich.

Was kann einen Migräneanfall auslösen?

Es gibt einige innere und äußere Einflussfaktoren, die eine Attacke begünstigen können, jedoch nicht ursächlich für sie verantwortlich sind. Folgende Auslöser (oder auch „Trigger“ genannt“) können eine Migräneattacke „anstoßen“: Stress, bestimmte Medikamente, körperliche Beschwerden oder Verspannungen, Umweltreize, wie Wetterumschwünge und Klimawechselhormonelle Veränderungen, ein ungünstiger Ernährungsstil (z.B. bei unregelmäßigen Mahlzeiten und einer daraus resultierenden 

Mehr zu M-sense

Jeder Dritte hat mindestens einmal pro Monat Spannungskopfschmerzen, zwölf Prozent der Deutschen leiden an Migräne. Viele Betroffene fühlen sich den schmerzhaften Attacken hilflos ausgeliefert und wissen oft nicht, dass es neben Medikamenten auch andere, sehr effektive Behandlungsmethoden gibt. Mit unserer Kopfschmerz- & Migräne-App M-sense wollen wir dazu beitragen, die eigene Krankheit besser zu verstehen und individuell wirksame Behandlungsmethoden zu finden.

Schwankung im Blutzuckerspiegel, kohlenhydratarme Kost, Alkohol, Histamin und Tyramin), schwankender Koffein-Konsum oder Flüssigkeitsmangel, Überanstrengung oder Erschöpfung oder ein veränderter Schlaf-Wach-Rhythmus. Die möglichen Trigger sind sehr individuell bzw. bei jedem verschieden ausgeprägt. Um die persönlichen Auslöser herauszufinden, sollte man ein Kopfschmerztagebuch führen – mit Stift und Papier oder auch digital wie zum Beispiel mit der Kopfschmerz- und Migräne-App M-sense.

Was kann man gegen Migräne tun? – Behandlung und Therapieformen

Bei der Therapie von Migräne unterscheidet man die vorbeugende Behandlung von Migräneattacken mittels TriggermanagementProphylaxe-Medikamenten (wie z.B. Betablocker oder Antidepressiva) und alternativen Maßnahmen wie z.B. regelmässiger Ausdauersport und Entspannungsübungen sowie die Behandlung der akuten Attacken durch Akutmedikation bzw. Schmerzmedikamente.

Vorbeugung/Prophylaxe

Ganz besonders wichtig bei der Vorbeugung von Migräne ist ein geregelter Tagesablauf, denn plötzliche Veränderungen den Tagesrhythmus sowohl die Mahlzeiten, den Schlaf, als auch der An- und Entspannung betreffend, können einen Anfall begünstigen.

Besonders hilfreich sind daher auch Entspannungsmethoden und Techniken zur Stressreduktion wie die Progressive Muskelentspannung, das Autogene Training, Meditation oder Atemübungen.

Erfolge können sich jedoch bei solchen alternativen Behandlungsmethoden nur dann einstellen, wenn die Übungen regelmäßig ausgeführt werden. Außerdem sollte man in anfallsfreien Zeiten seine Ausdauer stärken und einen geeigneten Sport finden, den man gerne ausübt. Viele dieser Maßnahmen werden übrigens auch in der Active-Version der Migräne-App M-Sense angeboten.

Es gibt auch eine Reihe von medikamentösen Prophylaxen, die die Häufigkeit, Dauer und Intensität der Attacken reduzieren können. Empfohlen wird eine medikamentöse vorbeugende Behandlung, wenn der Patient an mehr als 10 Tagen im Monat Schmerz- oder Migränemittel einnehmen muss, oder diese nur schlecht bis gar nicht wirken. Eine Prophylaxe kann auch dann sinnvoll sein, wenn die Lebensqualität des Betroffenen durch die Migräne so stark eingeschränkt ist, dass sie durch die Anfälle häufig krankgeschrieben werden oder ihren sonstigen Tätigkeiten nicht mehr nachgehen können.

Behandlung eines akuten Anfalls

Im akuten Anfall können nichtmedikamentöse Maßnahmen, wie Hinlegen, Ruhe und Abdunkelung des Raumes sowie Kühlmaßnahmen oder Entspannungs- oder Imaginationsübungen, wie unter der Akuthilfe im Pro-Modul Active der Migräne-App M-sense angeboten, helfen. Ist der Migräneanfall jedoch zu stark können diverse  Akutmedikamente  Abhilfe schaffen.

Dazu zählen neben Medikamenten gegen die Übelkeit und Schmerzmedikamenten auch spezifische Migränemittel, wie die Triptane.

Diese blockieren die Freisetzung von Nervenbotenstoffen, die zur lokalen neurogenen Entzündung an den Blutgefäßen im Gehirn führen kann. Außerdem normalisieren Triptane die erhöhte Nervenaktivität in verschiedenen Gehirnzentren und verengen erweiterte Gefäße.

Triptane haben gegenüber anderen Schmerzmitteln den Vorteil, dass sie gezielt und selektiv an den Schaltstellen im Gehirn wirken, die bei einer Migräneattacke beteiligt sind und somit auch Begleitsymptome wie Übelkeit, Schwindel, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit bekämpfen.

Da es jedoch bei zu häufigem Medikamentengebrauch zu einem Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz (MÜK) kommen kann, ist es wichtig, die sogenannte 10/20 Regel einzuhalten. Diese Regel besagt, dass Kopfschmerzmedikamente an weniger als 10 Tagen im Monat eingenommen werden dürfen und mindestens 20 Tage im Monat komplett frei von der Einnahme von Akutschmerzmitteln oder spezifischen Migränemitteln sein müssen.

Um hier den Überblick zu behalten, hilft auch wiederrum das Führen eines Kopfschmerztagebuchs. In der Migräne-App M-Sense kannst Du beispielsweise eintragen, wann du welche Medikamente genommen hast. Bei einem erneuten Migräne-Anfall kannst Du dann einen Medi-Check durchführen und die App verrät Dir, ob du diesen Monat noch Schmerzmedikamente nehmen solltest, oder nicht. Äusserst praktisch!

Komplikationen bei Migräne

Status migraenosus

Wenn die Migräne vom Anfall in einen Dauerzustand übergeht, nennt man dies Status migraenosus. Dies ist der Fall, wenn ein Migräneanfall länger als 72 Stunden andauert, oder ein neuer beginnt, eher der vorhergehende völlig abgeklungen ist. Diesem Status kann auch ein Missbrauch von Migränemedikamenten und Schmerzmitteln vorausgegangen sein.

Persistierende Aura ohne Hirninfarkt

Von einer persistierenden Aura spricht man, wenn Aurasymptome länger als eine Woche anhalten, ohne einen radiologischen Hinweis auf einen Hirninfarkt. Diese Migränekomplikation hält über Monate bis Jahre an, tritt aber generell eher selten auf.

Ist Migräne heilbar?

Migräne steht im Verdacht nicht heilbar zu sein, aber dennoch darf man als Migräniker*in optimistisch bleiben. 

Erstens gibt es diverse Möglichkeiten, die Anfallshäufigkeit und – intensivität zu minimieren. Dazu gehören natürlich in erster Linie Medikamente. Neben speziellen Schmerzmitteln gegen Migräne, den Triptanen, gibt es eine Reihe von prophylaktischen Medikamenten, wie Betablockern oder Botox, die bei Migräne eingesetzt werden. Nachdem es lange Zeit kaum neue Entwicklungen in der medikamentösen Migränetherapie gab, gibt aktuell glücklicherweise neue Entwicklungen und neue Medikamente wie z.B. die CGRP-Antikörper und die Ditane und Gepants, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen werden. 

Es müssen nicht immer Medikamente sein – auch diverse Hausmittel, alternative und nicht-medikamentöse Behandlungen können helfen, Migräne vorzubeugen. Dazu gehören das Führen eines Kopfschmerztagebuchs,regelmässiger AusdauersportEntspannungsübungen oder Triggermanagement. All diese Methoden sind in unsere Kopfschmerz- und Migräne-App M-sense integriert, die zusätzlich durch Reminder und Motivation dabei hilft, bei der Therapie am Ball zu bleiben.

Immer wieder berichten Betroffene, durch eine gute Kombination verschiedener Methoden, ihre Migräne in den Griff bekommen zu haben. Wichtig ist, dass man die für sich passenden Therapiemethoden findet, denn nicht alles hilft bei jedem gleich gut, und dass man sich kompetente ärztliche Hilfe holt. Im Zweifelsfall muss man den Arzt wechseln, um den passenden zu finden.

Fazit

Migräne ist eine komplexe neurologische Kopfschmerzerkrankung, an der circa 10% der Weltbevölkerung leidet. Neben starken, halbseitigen, pulsierenden Kopfschmerzen kann sie eine Vielzahl weiterer Symptome, wie Übelkeit, Erbrechen, Sehsstörungen oder Schwindel aufweisen. Man unterscheidet verschiedene Formen von Migräne, wie z.B. eine chronische oder episodische aber auch Migräne mit Aura oder Migräne ohne Kopfschmerzen.

Eine Migräneattacke durchläuft verschiedene Phasen und kann auch zu Komplikationen führen. Es gibt viele verschiedene Auslöser von Migräne, wie z.B. Hormonschwankungen, Stress, Wetterwechsel, Alkohol oder Blutzuckerschwankungen und der Alltag eines Migräne-Betroffenen ist häufig sehr stark eingeschränkt.

Diagnostiziert wird Migräne am besten durch eine klare Beschreibung der Symptome – daher ist das Führen eines Kopfschmerztagebuchs sinnvoll. Die Ursachen von Migräne sind weiterhin ungeklärt: Es gibt verschiedene Theorien und daher auch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Grob unterscheidet man die Behandlung einer akuten Migräneattacke von der vorbeugenden Behandlung von Migräneanfällen wie z.B. durch die Einnahme von Prophylaxemedikamenten oder durch regelmässige Entspannungs- oder Ausdauersportübungen.

Migräne steht zwar im Verdacht nicht heilbar zu sein, jedoch kann durch verschiedene Maßnahmen eine Reduktion der Anfallshäufigkeit und -intensivität erreicht werden.

Abonniere den M-sense Newsletter!